Internetfaehiges Spielzeug

Bilderbücher, Rennautos, Puppen – zunehmend verbindet sich Spielzeug über eine App mit dem Internet. Damit der Spielspaß sicher bleibt, sollten Eltern die Risiken bei vernetzten Spielgeräten kennen.

Lego Nexo Knights - Raumschiff zum Aufbauen + App

Lego Nexo Knights - Raumschiff zum Aufbauen + App

Nach dem Zusammensetzen lassen sich Laserstrahlen abfeuern (Plastikstäbe), die auch mal ins Auge gehen können. Mit der eher unübersichtlichen App kann man die Schilde einscannen und dadurch Vorteile im Kampf innerhalb der App erwirken.

Achtung! Kinder werden in der App immer wieder aufgefordert, sich eine Lego-ID zuzulegen. Damit geben sie ihre Daten preis. Auch werden sie aus der App heraus und zu ungesicherten Links geführt. Kein Elternbereich vorhanden. 

Ankhi Overdrive Supertrucks - Autorennbahn + App

Ankhi Overdrive Supertrucks - Autorennbahn + App

Der Aufbau der Bahn geht aufgrund magnetischer Verbindungen sehr schnell. Nach Start der App steuert man die Autos darüber. Die Bedienung ist nicht ganz einfach. Es gibt zwar Anleitungs-Level, die Autos hüpfen allerdings immer mal wieder von der Strecke und der Akku ist schnell wieder leer.

Achtung! In der App gibt es Anreize für Kinder, die Website zu besuchen und sich mehr Artikel zu kaufen.

SuperBuch - Pin Kaiser und Fip Husar + App

SuperBuch - Pin Kaiser und Fip Husar + App

Spannende Reise von der Antarktis bis zum Urwald. Zusatzinhalte zum Buch werden über die Tigerbooks-App geladen.

Achtung! Kinder- und Erwachsenenbereich sind nicht sicher getrennt. Auf der Startseite wird zum Abschluss eines Abos aufgefordert. Ein Popup für weitere Bücher verlinkt direkt zum Shop. Ohne PIN-Aktivierung gelangen Kinder schnell dorthin. Um dies zu sperren, müssen sich Eltern mit ihrer E-Mailadresse registrieren. Dadurch wird einer anonymisierten Auswertung zugestimmt.

My friend Cayla – Puppe als sprechende Spielkameradin

Cayla

Ein Smartphone oder Tablet mit Cayla-App muss beim Spielen in der Nähe sein. Eine Software analysiert jeden Sprachschnipsel und generiert mit Rückgriff auf eine Online-Datenbank passende Antworten. Die Puppe gibt diese mit synthetischer Sprache wieder. Seit Februar 2017 ist „Cayla“ auf dem deutschen Markt verboten. Sie verstößt gegen den Paragraphen 90 des Telekommunikationsgesetzes.

Space Hawk – Spielzeugraumschiff mit virtuellen Welten

Ravensburger Space Hawk

In die Bauchluke des Spielgeräts lässt sich ein Smartphone einhängen. Auf dem Display schauen die Kinder in den Weltraum und ins Innere der Space Hawk. Durch Bewegung können sie die Umgebungen erkunden und Missionen erfüllen, z.B. Asteroiden-Stürmen ausweichen. Neue Missionen müssen dazugekauft werden.

LeYo! – Bilderbücher werden durch die App "lebendig"

Das Buch Mein Lieblings-Gruselbuch aus der Reihe LeYo! von Carlsen

Die Kamera des mobilen Geräts scannt die Buchseite und lässt auf dem Display Figuren "zum Leben erwachen" und Geschichten erzählen. Die Update-Funktion in der „Bücherauswahl“ leitet weiter in den Play Store.

Crayola Colour Alive – Malbücher werden durch die App "lebendig"

Das Minions Malbuch Colour Alive von Crayola

Die Kamera des mobilen Geräts scannt die Malbuchseite, sodass auf dem Display Figuren "zum Leben erwachen". Enthält In-App-Käufe, d.h. Zusatzfunktionen und Spielergänzungen in der App gegen Geld.

Datensicherheit beachten

Mit Kauf der Spielzeuge bzw. der Installation der Apps akzeptieren Eltern die Datenschutzerklärung. Damit erteilen sie oft unwissend die Einwilligung, dass die Kinderdaten für Analysezwecke verwendet oder weitergegeben werden können.

Tipp: Lesen Sie bereits vor dem Kauf des Spielzeugs die Datenschutzerklärung. Wenn sie unvollständig oder nicht auf Deutsch ist oder die App zu viele Berechtigungen einfordert, sehen Sie von einem Kauf bzw. der Installation besser ab.

Warum?

Das Speichern von Kinderdaten ist grundsätzlich bedenklich. Die Apps verlangen Berechtigungen, z.B. Geräte-ID, Standort oder Zugriff auf Video- und Sprachaufnahmen. Oft ist nicht transparent, wofür die Daten abgefragt, gespeichert und verwendet werden.

Entwickler und Anbieter von digitalem Spielzeug speichern Kinderdaten teilweise zur Personalisierung oder für künftige Features. Auch sind die Daten unzureichend gesichert. Bei VTech, Hersteller vernetzter Spielzeuge und Lerncomputer, wurden Ende 2015 mehr als 500.000 Kinderprofile mit Namen, Geburtstagen und Anschriften gehackt. Diese Daten könnten missbräuchlich genutzt sowie Kinder identifiziert und lokalisiert werden.

Riskante Dienste abschalten

Internetfähiges Spielzeug wird oft über Apps gesteuert. Da sich in Apps häufig ungesicherte Links befinden, landen Kinder schnell im App Store oder im Internet auf für sie ungeeigneten Diensten.

Tipp: Laden Sie Apps immer selbst herunter und sichern Sie das Gerät. Schalten Sie die Internetverbindung aus, sofern nicht zwingend erforderlich. Deaktivieren Sie In-App-Käufe (iOS) oder versehen Sie sie mit einem Passwortschutz (Android). 

Warum?

YouTube, Facebook und Instagram sind für Kinder nicht erlaubt. Sie bergen Risiken, wie z.B. die Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten, unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde oder Cybermobbing. Oft sind außerdem Kinder- und Elternbereiche nicht getrennt. So könnten auch Kinder auf Shops und App-Stores zugreifen und Käufe tätigen.

Intimsphäre schützen

Kuscheltiere und Puppen sind Freunde, denen Kinder auch Intimes anvertrauen können. Die Kommunikation mit künstlicher Intelligenz ist fehleranfällig und eine Manipulation der Software nicht ausgeschlossen.

Tipp: Begleiten Sie Ihr Kind anfangs. Machen Sie sich selbst ein Bild über die Funktionsweise und schalten die Geräte und Funk- sowie Internetverbindungen aus, wenn Ihr Kind nicht aktiv damit spielt.

Warum?

Wird alles Gesprochene aus dem Kinderzimmer ins Internet übertragen, bestehen Risiken direkter Kontaktaufnahme. Medienberichten zufolge ist es einem Sicherheitsforscher Ende 2015 gelungen, die Puppe „Hello Barbie“ zu hacken. Er verschaffte sich Zugriff auf Accounts, Audiodateien und Mikrofone.

Downloads - Videos

  • Gutes Aufwachsen mit Medien

    Für Eltern: Broschüre "Gutes Aufwachsen mit Medien - Ein Netz für Kinder"

  • Flyer „Smartphone und Tablet sicher in Kinderhand“

    Tipps zum sicheren Umgang mit Apps und mobilen Geräten.

  • Falt-Laptop "Fit für's Netz!"

    Für Kinder: Internetthemen und -regeln einfach erklärt.

  • Film zum Thema Chatten

    Film zum Thema Chatten

  • Film zum Thema Surfen

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  • Film zum Thema Spielen

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