Kosten vermeiden

Das Internet ist ein riesiges Einkaufszentrum. Spielsachen, Gewinne und vermeintliche Gratisangebote scheinen schnell und unproblematisch erreichbar zu sein. Der „Warenkorb" hat einen spielerischen Charakter, den Kinder gerne zum Spaß austesten. Auch auf vielen Kinderseiten gibt es Onlineshops, die Kinder- und Fan-Artikel anbieten. Dabei kann es leicht passieren, dass das Kind einen Kaufvertrag abschließt. Unbeabsichtigt oder auch bewusst, weil es der Versuchung erlegen ist – gegen den Willen der Eltern.

Tipps gegen Abzocke

Viele Seiten werben mit Pseudotests wie „Berechne deine Lebenserwartung!", „Finde heraus, wie hoch dein IQ ist!" oder Gratisdownloads von Spielen. Solche Angebote, die gerade auch Jüngere interessieren, lassen sich zwar zunächst scheinbar kostenlos nutzen. Die Rechnung dafür flattert dann aber später meist per Anwalt ins Haus. Über Online-Registrierungen kann es passieren, dass ein Kind völlig ahnungslos ein Abonnement abschließt – im Kleingedruckten zwar erwähnt, aber als Abo nicht deutlich sichtbar angekündigt. Solche Abzockermethoden sind leider weit verbreitet. Diese scheinbaren Verträge und Abos sind jedoch immer nichtig. Zum einen, weil die Kinder bei den Angeboten gar keinen Vertrag abschließen wollten. Zum anderen, weil Verträge mit Minderjährigen ohne Genehmigung der Eltern nicht gültig sind.

So wehren Sie sich richtig

Die Regelungen zum so genannten Fernabsatz sichern jedem Verbraucher ein Widerspruchsrecht zu. Innerhalb einer Frist von zwei Wochen kann man die Ware ohne Angabe von Gründen kostenfrei an den Versandhändler zurückschicken. Wenn die Ware bereits bezahlt war, hat man Anspruch auf komplette Preisrückerstattung und sollte sich nicht mit Warengutscheinen abspeisen lassen.

  • Nicht bezahlen!
    Sie sollten sich, auch nach Mahnungen, weigern zu bezahlen, wenn vermeintliche Verträge mit Ihrem Kind abgeschlossen wurden oder Kosten und Abrechnungsmodalitäten nicht deutlich und klar erkennbar angekündigt wurden.
  • Vertrag anzweifeln!
    Senden Sie dem Anbieter eine Mail, in der Sie den Vertragsabschluss anzweifeln und keine Genehmigung erteilen. Die Anbieter sehen meist von einem gerichtlichen Verfahren ab. Aber selbst gegen ein solches können Sie Widerspruch einlegen.

Gesetze zur Geschäftsfähigkeit von Kindern

Im Internet gilt das gleiche Recht wie im täglichen Leben und in den traditionellen Medien:

  • Kinder unter 7 Jahren sind nicht geschäftsfähig. Der Kauf gilt auch dann nicht, wenn das Kind ein falsches Geburtsdatum angegeben haben sollte.
  • Kinder ab 7 Jahren können ohne vorherige Zustimmung bzw. nachträgliche Genehmigung der Eltern keine Geschäfte tätigen. Das gilt auch, wenn Kinder die Zustimmung oder Genehmigung ihrer Eltern vortäuschen. Eltern sollten aber dann ausdrücklich gegenüber der Verkäuferin bzw. dem Verkäufer die Genehmigung des Geschäfts verweigern.
  • Tätigt ein Kind ab 7 Jahren einen Internetkauf von seinem Taschengeld, gilt dieser Kauf. Allerdings muss die Anschaffung in einem verhältnismäßigen Rahmen stehen. Teure Geräte und Elektronik beispielsweise fallen nicht darunter.
  • Grundsätzlich nicht wirksam sind Bestellungen von Kindern und Jugendlichen, wenn es sich um Waren handelt, die Kinder nicht besitzen dürfen: zum Beispiel Zigaretten, Alkohol, Waffen sowie Waren, die gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen oder sittenwidrig sind. Dies betrifft z. B. Gewalt- und pornografische Videos.
  • Hat das Kind unbeabsichtigt oder gegen den Willen der Eltern etwas bestellt, brauchen diese die Ware nicht in Empfang zu nehmen. Sie können die Annahme verweigern.
  • Diese Regeln gelten auch, wenn Kinder bei Internetauktionshäusern wie eBay Waren ersteigern.
  • Doch Vorsicht: Konnte das Kind den Kauf tätigen, weil Sie sich nicht ausgeloggt haben, machen Sie sich unter Umständen schadenspflichtig.

Downloads - Videos

  • Gutes Aufwachsen mit Medien

    Für Eltern: Broschüre mit Schwerpunkt „Digitales Kinderzimmer“

  • Flyer „Smartphone und Tablet sicher in Kinderhand“

    Tipps zum sicheren Umgang mit Apps und mobilen Geräten.

  • Falt-Laptop "Fit für's Netz!"

    Für Kinder: Internetthemen und -regeln einfach erklärt.

  • Film zum Thema Chatten

    Film zum Thema Chatten

  • Film zum Thema Surfen

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  • Film zum Thema Spielen

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